Regionalkunde: So kommt das Wasser in den Swistbach

Die Quelle vom Swistbach liegt bei Kalenborn am Nordrand der Eifel. Bei einer beachtlichen Lauflänge von 43,6 km wird er von zahlreichen Zuflüssen beliefert. Unter anderem sind das der Altendorfer Bach, Eulenbach, Morsbach, Schiefelsbach, Schießbach, Steinbach und dem Wallbach.

Haupt-Zufluss ist der Jungbach

Der Jungbach, bei uns besser bekannt als der Orbach (so genannt zwischen Schweinheim und Miel), ist mit seinem Einzugsgebiet von ca. 48 km2 einer der Haupt-Zuflüsse.

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Zu theoretisch? Wir haben bei Google Maps eine Karte mit dem Einzugsgebiet erstellt. Ihr könnt die Ansicht vergrößern und bei den Markierungen gibt es jeweils eine kleine Erläuterung.

Kurz erklärt

Was sind Siefen?

Als Siefe bezeichnen wir ein meist schmales, feuchtes, schluchtartiges Kerbtal mit einem Quellbach. Einfacher gesagt sind es Rinnsale, bzw. kleine Bäche, die sich durch das Gelände ziehen und das Wasser vom Umland einsammeln. In unserem Fall ist das umliegende Gelände das Quellgebiet des Swistbachs, der Flamersheimer sowie der Rheinbacher Wald, Waldville. Die Siefen erfüllen ihre Funktion als Zuläufe für den Swistbach.

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Der Swistbach passiert in Rheinland-Pfalz die Orte Esch, Vettelhofen, Grafschaft und Eckendorf. In Nordrhein-Westfahlen geht es dann weiter über Meckenheim, Flerzheim, Morenhoven, an Miel vorbei nach Heimerzheim und Metternich. Hinter Weilerswist mündet er schließlich in die Erft.

Die Besonderheit: Ungesteuerte Retention.

Für kleine Hochwasser dauert es ca. zwei bis drei Stunden, bis das überschüssige Wasser abgeflossen ist. Das gilt für die Strecke von Morenhoven bis Weilerswist, aber auch für die Strecke Miel bis Weilerswist. Erfahrungsgemäß kommen diese Hochwasser grob alle zwei bis fünf Jahre vor. Bei größeren Hochwassern, wie z. B. der Flut von 2021, steigt die Abflusszeit durch diese Verzögerung auf deutlich länger als 10 Stunden an.

Kurz erklärt

Was ist Retention?

Wasser fließt grundsätzlich bergab. Wenn der Abfluss von Wasser durch natürliche Gegebenheiten (z. B. dem Gelände) oder künstliche Maßnahmen (z. B. einem Rückhaltebecken) gehemmt bzw. verzögert wird, reden wir von Retention.

Bei einem flachen aber breiten Bachbett wird das Wasser beispielsweise von rauher Erde, wurzeligem Ufer, bestellten Ackern und Wiesen gebremst. Zusätzlich geht es zum Beispiel zwischen Odendorf und Miel zwar bergab – aber nur ganz wenig. Das Wasser fließt dann und schiebt. Durch das Schieben türmt es sich aber nicht auf. Die Atmosphäre hält den Wasserspiegel wie eine imaginäre Hand platt. Darum ist der Bach an stellen mal schneller und mal langsamer – wie eine Raupe. Wenn es arg raupig wird, entsteht ein Wellenschlag auf dem Wasser.

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Quellen