Regionalkunde: So kommt das Wasser in den Orbach

Es gibt ein lebendiges System an Bächen und Flächen, aus denen der Orbach Wasser bezieht. Zwei nebeneinanderliegende Einzugsgebiete bilden gemeinsam die Hauptversorgung.

Die zwei Einzugsgebiete Sürstbach und Steinbach

Beide Bäche vereinen sich in Schweinheim aufeinander und bilden den Ursprung des Orbachs. Aber auch diese beiden wollen erst einmal beliefert werden. Der Grundaufbau für die beiden Bäche ist vom Prinzip her gleich:

  1. Regen fällt im Flamersheimer Wald und versickert im Boden.
  2. Wenn der Boden keinen Platz mehr hat, fließt das Wasser an Ort und Stelle zunächst bergab.
  3. Das abfließende Wasser wird von Siefen eingesammelt und gelenkt, die es weiter in die jeweiligen Bäche leiten.

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Zu theoretisch? Wir haben bei Google Maps eine Karte mit den Einzugsgebieten erstellt. Ihr könnt die Ansicht vergrößern und bei den Markierungen gibt es jeweils eine kleine Erläuterung.

Kurz erklärt

Was sind Siefen?

Als Siefe bezeichnen wir ein meist schmales, feuchtes, schluchtartiges Kerbtal mit einem Quellbach. Einfacher gesagt sind es Rinnsale, bzw. kleine Bäche, die sich durch das Gelände ziehen und das Wasser vom Umland einsammeln. In unserem Fall ist das umliegende Gelände hauptsächlich der Flamersheimer Wald. Die Siefen erfüllen ihre Funktion als Zuläufe für Sürst- und Steinbach.

Bildquelle: Unsplash

Das Einzugsgebiet Sürstbach

Der Sürstbach wird von Madbach und Schiefelsbach/Schleifmühlenbach mit ihren Zuleitungen gespeist. Dieses Wasser fließt in Schweinheim als Sürstbach in den Orbach hinein.

Das Einzugsgebiet Steinbach

Der Steinbach wird u.a. vom Treuenbach und einigen zusätzlichen Siefen gespeist. Sie fließen bis zum Klostertal an verschiedenen Ortspunkten zusammen und landen dann als Steinbach in Schweinheim im Orbach. Der obere Teil des Klostertals wurde in den 1930er Jahren zur Steinbachtalsperre eingerichtet. Bei Hochwasser aus dem Flamersheimer Wald fließen dieser Steinbach und Treuenbach über den Talsperrensee hinweg. Dazu hat die Talsperre einen extra Ausgang, die sogenannte Hochwasserentlastungsanlage. Dafür muss der Seepegel der Talsperre aber hoch genug sein, damit der Bach aus dem Wald Schweinheim erreichen kann.

Wichtig: Der Sürstbach ist eher da.

Das Wasser aus dem Sürstbach erreicht den Orbach als erstes. Beim Steinbach gibt es eine Verzögerung bei gleicher Regenmenge und zeitlichem Eintritt von mitunter über einer Stunde. Grund dafür ist schlicht die längere Wegstrecke aller Siefen zusammen bis nach Schweinheim. Auch die Staustufen des Treuenbachs oder der Fischteiche müssen ja zunächst einmal überwunden werden. Dagegen läuft bis auf den Madbach das ganze Wasser des Sürstbachs ohne frei Verzögerung.